Delphin 85 Kajak

Der Delphin 85 präsentiert sich häufig farbenfroh, hier in gelb-rot, Foto: R. Bartusel

Bauzeit: 1954 bis 1963

Gebaute Exemplare: mehr als 2.000

Länge: 5,3 m
Breite: 0,85 m
Leergewicht: ca. 28 kg.

Der Delphin 85 war das erste von MTW hergestellte Kajak. Hochwertig verarbeitet eignete sich der elegante Zweier als Freizeitboot auch für längere Touren. Die Verarbeitungsqualität war wahrscheinlich ursächlich für das (nicht zutreffende) Gerücht, der Delphin 85 sei ein Boot für leitende Kader der DDR. Ab 1954 zunächst in großer Stückzahl hergestellt, reduzierte sich das Bauvolumen in den Folgejahren zugunsten des einfacheren und kleineren Kompaktzweiers Kolibri.

Im Zuge einer staatlich verordneten "Entwirrung" der überschneidenden Angebote von MTW und den VEB-Faltbootbauern in Pouch stellte man in Wismar um 1963 die Produktion des Delphin 85 ein: Während in Pouch mit dem RZ 85 ein sehr ähnliches Boot weitergebaut wurde, konzentrierte sich der MTW-Faltbootbau fortan auf seine Delphin-Jollen und die Kolibri-Reihe.

Der Aufbau des Boots gestaltet sich dank weitgehend komplettierterer Stevenschirme mit ausklappbarer Bordwand zügig und problemlos. Lediglich bei der Verbindung des vorderen und hinteren Trittbodenbereichs sollte man sich etwas Zeit lassen, da zu schneller Spannungsaufbau die Holzleisten im Bereich der Alubeschläge beschädigen könnte.

Die Außenhaut präsentiert sich neben dem traditionellem blau/grau in verschiedenen farbenfrohen Varianten. Das Unterschiff wurde drei- oder fünflagig ("Elefantenhaut") produziert.

Die Sitze sind der Körperanatomie angepasst und entsprechend bequem. Auch größere Personen über 1,80 finden ausreichend Platz. Auf längeren Strecken empfiehlt es sich zusätzliche Sitzkissen zu verwenden.

Ein Ärgernis stellt die Befestigung der Spritzdecke dar. MTW hatte hier vorgesehen, dass diese in eine umlaufende Nut im Waschbord zu stopfen ist. Diese Lösung war bereits bei Erscheinen des Boots unpraktisch und daran hat sich bis heute nicht geändert. Da originale Spritzdecken materialbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen und aktuelle Deckenmacher die Stopfvariante nicht mehr anbieten, muss man sich um eine alternative Befestigung kümmern. Gängigste Lösung ist ist die Befestigung mittels Druckknöpfen auf dem Waschbord.

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